Deutschland ist unter sechs Märkten der klickfreundlichste: Von Januar bis April 2026 endeten hier laut SparkToro (Similarweb-Daten) 62,1 % der Google-Suchen ohne Klick, in den USA 68,0 %. In Großbritannien lag die Zero-Click-Rate bei 69,5 %. Pro 1.000 Suchen erreichen in Deutschland 287 Klicks das offene Web (organische und bezahlte Treffer auf Websites), in den USA 231. Aus unserer Sicht ist der Vorsprung real, aber kein Dauerzustand: Auch hier endet die Mehrheit der Suchen ohne Klick, und in den USA stieg die Zero-Click-Rate laut SparkToro von 2024 bis 2026 um rund 7,5 Prozentpunkte, gemessen mit verschiedenen Panels. Wer seine deutsche SEO-Strategie an US-Zahlen ausrichtet, unterschätzt, wie viele Klicks die Google-Suche im eigenen Markt an Websites schickt.
Wie hoch ist die Zero-Click-Rate in Deutschland?
Die Zero-Click-Rate lag in Deutschland von Januar bis April 2026 bei 62,1 %. Von 100 Google-Suchen endeten also 62,1 ohne einen Klick auf der Suchergebnisseite (SERP). Das ist der niedrigste Wert der sechs Märkte, die SparkToro mit Daten des Analyseanbieters Similarweb verglichen hat: Deutschland, Italien, Kanada, Frankreich, die USA und Großbritannien.
Deutschland liegt 5,9 Prozentpunkte unter den USA und 7,4 Punkte unter Großbritannien (eigene Rechnung). Grundlage ist das Clickstream-Panel von Similarweb, also eine Stichprobe von Nutzern, deren Klickpfade am Desktop und im mobilen Browser erfasst werden.
Was zählt als Zero-Click-Suche, und wohin gehen die Klicks?
Als Zero-Click-Suche (englisch Zero-Click Search) zählt SparkToro zwei Ausgänge: Die Sitzung endet ohne weitere Aktion, oder der Nutzer startet über das Google-Suchfeld eine neue Suche. Alles andere zählt als Klick, auch ein Wechsel in den AI Mode, Googles KI-Suchmodus, oder zu YouTube, Maps, der Bildersuche, News oder einem anderen Dienst des Google-Konzerns Alphabet. Anders als die Klickrate (CTR) einer einzelnen Position misst die Zero-Click-Rate also, welcher Anteil aller Suchen ganz ohne Klick endet.
Von 100 Google-Suchen in Deutschland führen 37,9 zu einem Klick: 28,7 ins offene Web, 9,2 auf einen Google-eigenen Dienst. Die übrigen 62,1 bleiben ohne Klick. In 39,5 Fällen endet die Sitzung, in 22,5 folgt eine neue Suche (Folgesuche).
Als Anteil an den Klicks gerechnet gehen 24,3 % an Google-Dienste und 75,7 % ins offene Web. Ein Klick auf eine Suchanzeige, die zur Website des Werbetreibenden führt, zählt SparkToro zum offenen Web, nicht zu Google. Außerhalb der USA trennt die Studie beides nicht, weil Daten zu den Klickraten von Anzeigen fehlten. In den USA gehen 66,61 % der Klicks auf organische Treffer und 6,01 % auf Anzeigen.
Wie viele Klicks erreichen in Deutschland noch Websites?
Pro 1.000 Google-Suchen erreichen in Deutschland 287 Klicks das offene Web, mehr als in jedem anderen der sechs Märkte. In den USA sind es 231, in Großbritannien 232. Deutschland erhält damit rund 24 % mehr Klicks ins offene Web als beide Märkte (eigene Rechnung).
Gegenüber Italien (280), Frankreich (271) und Kanada (268) ist der Vorsprung klein: Deutschland erhält 2,5 bis 7,1 % mehr Klicks ins offene Web (eigene Rechnung). Die Schwelle von 300 Klicks pro 1.000 Suchen erreicht laut SparkToro kein Land mehr.
Wo entsteht der deutsche Klick-Vorsprung gegenüber den USA und Großbritannien?
Gegenüber den USA entsteht der Vorsprung vollständig bei der Folgesuche, gegenüber Großbritannien zu etwa gleichen Teilen bei Folgesuche und Sitzungsende (eigene Rechnung). In Deutschland folgt nur auf 22,5 von 100 Suchen eine neue Suche, in den USA auf 29,0, in Großbritannien auf 26,4. Laut SparkToro klicken Suchende in Deutschland „mehr als 20 %“ häufiger als in Großbritannien (37,9 gegen 30,5 % der Suchen mit Klick).
| gegen | Klick | neue Suche | Sitzungsende |
|---|---|---|---|
| USA | +5,9 | −6,5 | +0,5 |
| GroßbritannienUK | +7,4 | −3,9 | −3,6 |
Unter den sechs Märkten hat Deutschland mit 22,5 % die niedrigste Quote an Folgesuchen, knapp vor Frankreich mit 22,9 %.
Liegt der deutsche Klick-Vorsprung an der EU-Regulierung?
Ob die EU-Regulierung den deutschen Vorsprung erklärt, ist offen. SparkToro hält es für möglich, dass Auflagen und Strafen der EU europäische Nutzer weiterhin klicken lassen. Sie richten sich gegen die Bevorzugung eigener Dienste in Googles Suchergebnissen. Unmittelbar danach nennt die Studie Kultur, Sprache sowie Gestaltung und Funktionsumfang der deutschen Google-Oberfläche als ebenso mögliche Gründe. Ohne robustere Testverfahren lasse sich das kaum sagen, schreibt SparkToro.
Gegen eine rein sprachlich-kulturelle Erklärung der hohen Werte in den USA und Großbritannien führt SparkToro Kanada an: Das Land liegt mit 63,8 % Zero-Click nah an Italien (63,4 %). Als Land ohne EU-Regeln spricht Kanada nach eigener Einordnung zugleich gegen eine reine Regulierungs-Erklärung.
Auch die Klicks auf Google-eigene Dienste stützen keine Richtung. Pro 100 Suchen gehen in Deutschland mehr Klicks an Google-Dienste als in den USA und in Großbritannien (9,2 gegen 8,4 und 7,3), weil hier insgesamt häufiger geklickt wird. Als Anteil an allen Klicks liegt Deutschland mit 24,3 % dagegen unter den USA (rund 27 %) und etwa gleichauf mit Großbritannien (23,9 %).
Google-Dienste wie in der Grafik zu den 100 Suchen. Die Tabellenzeile heißt im Original „% of clicks to Alphabet-owned sites“, rechnerisch ist sie ein Anteil an allen Suchen.
Wirken die EU-Regeln gegen diese Selbstbevorzugung, müsste in der EU ein kleinerer Teil der Klicks an Google-Dienste gehen. Das trifft auf Deutschland, Italien und Frankreich im Vergleich mit den USA und Kanada zu. Großbritannien liegt ohne EU-Regeln aber ähnlich niedrig wie Deutschland. Einen Kausaltest enthält die Studie nicht. Auch 2024, mit anderem Panel und anderer Definition, hatte SparkToro in der EU einen kleineren Google-Anteil gesehen als in den USA. Darin sah SparkToro einen möglichen, wenn auch geringeren als erhofften Effekt des Digital Markets Act, des EU-Gesetzes für große Plattformen. 2026 nennt SparkToro das Gesetz nicht.
Steigt die Zero-Click-Rate in Deutschland weiter?
Ob die Zero-Click-Rate in Deutschland steigt, lässt sich noch nicht sagen: Die Studie ist eine Momentaufnahme von Januar bis April 2026. Für die USA berichtet SparkToro einen Anstieg von 45,0 % (2016) auf 68,0 % (2026), gemessen mit drei verschiedenen Panels. SparkToro räumt selbst ein, damit Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Den Sprung von 60,5 % (2024) auf 68,0 %, rund 7,5 Prozentpunkte, nennt SparkToro den schnellsten Anstieg des Jahrzehnts. SparkToros eigene Studie von 2024 hatte für die USA allerdings 58,5 % gemessen, eine Erklärung für die Abweichung fehlt.
In einer Vergleichsgrafik von SparkToro wuchs zwischen 2024 und 2026 vor allem der Anteil der US-Suchen mit Folgesuche, von 21,4 auf 28,7 % (verschiedene Panels, die Ländertabelle nennt 29,0 %). SparkToro liest das als Erfolg von Google, Nutzer zu mehr Suchen zu bewegen. Ob sich die US-Entwicklung in Deutschland wiederholt, zeigen erst neue Daten. SparkToro hofft, die Erhebung in sechs bis zwölf Monaten zu wiederholen.
AI Mode spielt in den Messdaten bisher kaum eine Rolle: In den USA gingen von Januar bis April 2026 laut SparkToro 0,34 % der Suchen in den AI Mode. Google meldete auf der Entwicklerkonferenz I/O 2026 laut SparkToro aber über eine Milliarde monatliche Nutzer im AI Mode. AI Overviews, die KI-Antworten über den Suchergebnissen, erscheinen laut SISTRIX bei etwas über 20 % der Keywords in Deutschland. Mit AI Overview führen Suchen laut SISTRIX nur in 33 % der Fälle zu einem organischen Klick, im Durchschnitt aller Suchen in 57 %. SISTRIX rechnet mit Keywords und Klickraten statt mit Nutzerpfaden, deshalb lassen sich die Werte nicht mit Clickstream-Quoten verrechnen.
Ländervergleich und Entwicklung über die Zeit sind zwei verschiedene Fragen. Die Traffic-Studie der Agentur e-dialog misst für die untersuchten Websites in Deutschland 19,2 % weniger Gesamttraffic im ersten Halbjahr 2026 als im Vorjahreszeitraum, gezählt über organische, bezahlte und KI-Verweise (Teilmenge einer Basis von 74 Websites aus DACH und international).
Wie belastbar sind die Zero-Click-Zahlen von SparkToro?
Die Reihenfolge der Länder ist belastbarer als das absolute Niveau. Alle sechs Märkte wurden mit derselben Datenquelle, im selben Zeitraum und nach derselben Definition gemessen. Das Niveau hängt dagegen an Annahmen, die SparkToro zum Teil offenlegt:
- Gewichtung. SparkToro gewichtet rund zwei Drittel mobile und ein Drittel Desktop-Nutzung, für die USA aus mehreren Quellen abgeleitet. Ob die Gewichtung für die anderen Länder geprüft wurde, legt die Studie nicht offen. Wie stark sie das Niveau bestimmt, zeigt die SEO-Agentur iPullRank: Mit einem Panel des Anbieters Datos, das zu 94,5 % aus Desktop-Nutzung besteht, kommt sie auf 46,96 % Zero-Click (10,2 Mrd. Google-Suchen, Oktober 2024 bis Dezember 2025). Mobil liegt der Wert dort höher, in Großbritannien bei 65 % gegenüber 46 % am Desktop. Mit zwei Dritteln Mobilanteil ergäben sich für Großbritannien rund 59 % (eigene Rechnung) statt der 69,5 % bei SparkToro. Hinzu kommen anderes Panel, anderer Zeitraum und Ländermix.
- Stichprobe. Die Zahl der Panelteilnehmer und der Suchen je Land nennt SparkToro nicht. Signifikanztests fehlen, auch für die Einschätzung, Kanada liege statistisch näher an den europäischen Märkten.
- Sitzungsende. Mobil wertet SparkToro zehn Sekunden ohne Aktion als Ende der Sitzung.
- Google-App nicht erfasst. Gemessen wurden nur Suchen im Browser. In der Google-App setzt Google laut SparkToro noch stärker auf Antworten ohne Klick. Die tatsächliche Zero-Click-Rate liegt deshalb vermutlich höher.
- Keine Aufschlüsselung. Branchen, Suchintentionen, Brand- und Non-Brand-Suchen oder Geräte je Land weist die Studie nicht aus. Für Finanz- oder Versicherungsthemen gibt es keinen eigenen Wert.
- Abweichungen. Tabelle und Grafiken weichen teils ab, meist durch Rundung, etwa beim deutschen Sitzungsende (39,5 gegen 39,6 %). Beim US-Wert für Google-Dienste sind es 0,4 Punkte (8,4 gegen 8,8 pro 100 Suchen), was die Quelle nicht erklärt. Dieser Artikel nutzt die Tabellenwerte.
- Interessenlage. SparkToro verkauft Software für Zielgruppenrecherche und wirbt mit dem Ansatz „Zero Click Marketing“ dafür, Traffic als Kennzahl zu ersetzen. Similarweb ist kommerzieller Datenanbieter. Ein Peer-Review gibt es nicht. Der Deutschland-Befund läuft der pauschalen Zero-Click-Erzählung entgegen, die SparkToro selbst vertritt.
Eine Suche ohne Klick kann trotzdem wirken: Wer ohne Klick aufhört, hat die Antwort womöglich schon auf der Ergebnisseite gefunden. Einen Besuch bekommt eine Website aber nur aus den 28,7 von 100 Suchen, die ins offene Web führen.
Was heißt das für deine SEO-Strategie in Deutschland?
Plane mit deutschen Werten und miss zusätzlich die Sichtbarkeit, die keinen Klick erzeugt. Sechs Hebel folgen aus den Länderwerten:
Wie lange hält der deutsche Klick-Vorsprung?
Aus meiner Sicht ist der Vorsprung ein Zeitfenster. Gegenüber den USA liegt er bei der Folgesuche, und diesen Wert hat Google dort deutlich nach oben gebracht: Die US-Zero-Click-Rate stieg laut SparkToro binnen zwei Jahren um rund 7,5 Prozentpunkte, vor allem durch mehr Folgesuchen. Auch in Deutschland enden schon 62,1 % der Suchen ohne Klick. Mit dem Aufbau von Sichtbarkeit in KI-Antworten auf neue Daten zu warten, halte ich für die falsche Reihenfolge.
Der Zero-Click-Wert, der in Posts und Vorträgen meist zitiert wird, beschreibt den US-Markt. Wer Traffic-Prognosen, Business Cases oder Budgets für Deutschland darauf stützt, rechnet im Marktdurchschnitt mit zu wenigen Klicks.
Wir bei KKP steuern deshalb beides parallel. Organische Rankings bleiben wichtig, weil die Google-Suche in Deutschland mehr Klicks ins offene Web schickt als in den USA, auch wenn die Studie den organischen Anteil nicht ausweist. Zugleich messen wir, ob eine Brand in AI Overviews, im AI Mode oder in ChatGPT genannt und empfohlen wird. Search fragmentiert, und Klicks allein zeigen nicht, wo eine Brand sichtbar ist. Wie sich diese Sichtbarkeit über die Zeit bewegt, zeigt unser Industry Report zur AI Visibility in der Versicherungsbranche mit 271.215 KI-Antworten aus sechs KI-Modellen und 537 Tagen Tracking (Stand September 2026).
Häufige Fragen zu Zero-Click-Suchen in Deutschland
Wie hoch ist die Zero-Click-Rate in Deutschland?
Von Januar bis April 2026 endeten in Deutschland 62,1 % der Google-Suchen ohne Klick. Das ist der niedrigste Wert von sechs Märkten, die SparkToro mit Clickstream-Daten von Similarweb verglichen hat. In den USA waren es 68,0 %, in Großbritannien 69,5 %. Pro 1.000 Suchen erreichen in Deutschland 287 Klicks das offene Web, in den USA 231.
Was zählt als Zero-Click-Suche?
SparkToro zählt eine Suche als Zero-Click, wenn die Sitzung ohne weitere Aktion endet oder der Nutzer im Google-Suchfeld neu sucht. In Deutschland endete von Januar bis April 2026 die Sitzung bei 39,5 von 100 Suchen, bei 22,5 folgte eine neue Suche. Ein Wechsel in den AI Mode, zu YouTube, Maps oder zur Bildersuche zählt dagegen als Klick auf einen Google-Dienst.
Welche Rolle spielen AI Overviews und AI Mode bei Zero-Click-Suchen?
Bisher eine kleine: In den USA gingen von Januar bis April 2026 laut SparkToro nur 0,34 % der Suchen in den AI Mode, und ein Klick dorthin zählt als Klick auf einen Google-Dienst, nicht als Zero-Click. AI Overviews erscheinen laut SISTRIX bei etwas über 20 % der Keywords in Deutschland. Mit AI Overview führen laut SISTRIX nur 33 % der Suchen zu einem organischen Klick, im Durchschnitt 57 %.
Liegt der deutsche Klick-Vorsprung an der EU-Regulierung?
SparkToro hält einen Einfluss der EU-Regeln gegen die Bevorzugung eigener Google-Dienste für möglich, belegt ist er nicht. Ebenso möglich sind laut SparkToro Kultur, Sprache oder die Gestaltung der deutschen Google-Oberfläche. Kanada liegt ohne EU-Regeln mit 63,8 % Zero-Click nah an Italien (63,4 %). Als Anteil an allen Klicks gehen in Deutschland 24,3 % an Google-Dienste, weniger als in den USA (rund 27 %), aber etwa so viel wie in Großbritannien (23,9 %).
Warum misst iPullRank eine niedrigere Zero-Click-Rate als SparkToro?
Ein wichtiger Grund ist die Gewichtung der Geräte. iPullRank kommt mit Daten des Panelanbieters Datos auf 46,96 % Zero-Click (Oktober 2024 bis Dezember 2025), das Panel besteht aber zu 94,5 % aus Desktop-Nutzung. SparkToro gewichtet rund zwei Drittel mobil, und mobil enden mehr Suchen ohne Klick. Hinzu kommen anderes Panel, anderer Zeitraum und ein anderer Ländermix.



